
Die Haarmineralanalyse (HTMA – Hair Tissue Mineral Analysis) liefert Informationen über die Mineralstoffzusammensetzung einer Haarprobe und spiegelt den Zeitraum wider, in dem das analysierte Haar gewachsen ist. Da Haare durchschnittlich etwa 1 cm pro Monat wachsen, liefert eine zu häufige Durchführung der Untersuchung in der Regel keine aussagekräftigen neuen Informationen. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, die HTMA alle 3–6 Monate zu wiederholen – abhängig vom Ziel der Verlaufskontrolle.
Warum ist das Untersuchungsintervall bei der HTMA wichtig?
Im Gegensatz zu Blutuntersuchungen, die den aktuellen Zustand des Körpers widerspiegeln, bezieht sich die Haarmineralanalyse auf den Zeitraum, in dem der untersuchte Haarabschnitt gewachsen ist. Meist werden die ersten 1,5–3 cm des Haares analysiert, was ungefähr den letzten 6–12 Wochen Haarwachstum entspricht. Wird die Analyse bereits nach wenigen Wochen wiederholt, umfasst die untersuchte Haarprobe nahezu denselben Wachstumszeitraum und liefert daher meist keine wesentlich neuen Erkenntnisse.
Die erste HTMA-Untersuchung
Die erste Haarmineralanalyse dient als Ausgangspunkt für spätere Vergleiche. Sie kann Informationen liefern über:
- die Mineralstoffzusammensetzung der Haarprobe,
- das Verhältnis ausgewählter Mineralstoffe zueinander,
- langfristige Mineralstofftrends,
- eine mögliche Belastung durch ausgewählte Umweltelemente.
Das erste Ergebnis sollte nicht als medizinische Diagnose interpretiert werden. Vielmehr stellt es einen Baustein einer umfassenderen Bewertung von Ernährung, Lebensstil, Umweltbelastungen und weiteren gesundheitlichen Faktoren dar.
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HTMA nach Beginn einer Nahrungsergänzung
Einer der häufigsten Gründe für eine erneute Haarmineralanalyse ist die Beobachtung langfristiger Veränderungen nach Beginn einer Nahrungsergänzung. Veränderungen des Mineralstoffhaushalts benötigen Zeit. Daher empfehlen viele Fachleute, die Untersuchung nach etwa 3–6 Monaten zu wiederholen. Dieser Zeitraum ermöglicht die Beurteilung langfristiger Mineralstofftrends anstelle kurzfristiger Schwankungen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die HTMA nicht zur Bewertung der Wirksamkeit eines einzelnen Nahrungsergänzungsmittels dient und Laboruntersuchungen des Blutes nicht ersetzt.
HTMA nach einer Ernährungsumstellung
Auch Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten können die Mineralstoffzusammensetzung der Haare im Laufe der Zeit beeinflussen. Eine Wiederholung der Haarmineralanalyse nach einigen Monaten kann insbesondere für Personen sinnvoll sein, die:
- ihre Ernährungsweise grundlegend verändert haben,
- eine Eliminationsdiät begonnen haben,
- den Verzehr bestimmter Lebensmittel deutlich erhöht haben,
- mit einer Ernährungsfachkraft oder einem Spezialisten für Lifestyle-Medizin zusammenarbeiten.
Die Bewertung möglicher Veränderungen sollte stets im Zusammenhang mit dem gesamten gesundheitlichen Bild sowie weiteren verfügbaren Informationen erfolgen.
HTMA als Instrument zur Beobachtung des Lebensstils
Immer mehr Menschen nutzen die Haarmineralanalyse (HTMA), um langfristige Veränderungen im Zusammenhang mit ihrem Lebensstil zu beobachten. Dazu gehören unter anderem:
- die Qualität der Ernährung,
- das Maß an körperlicher Aktivität,
- die Schlafqualität,
- chronischer Stress,
- die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.
Der Vergleich mehrerer HTMA-Berichte im Zeitverlauf liefert häufig aussagekräftigere Informationen als die Interpretation eines einzelnen Ergebnisses.
Weiterführender Artikel: HTMA zur Überwachung von Nahrungsergänzung und Lebensstil
Überwachung der Umweltbelastung
Die Haarmineralanalyse wird auch im Bereich des Biomonitorings eingesetzt. Wiederholte Untersuchungen können insbesondere für Personen sinnvoll sein, die:
- in industriellen Arbeitsumgebungen tätig sind,
- beruflich oder privat bestimmten Metallen ausgesetzt sind,
- ihren Wohnort oder Arbeitsplatz gewechselt haben,
- ihre langfristige Umweltbelastung beobachten möchten.
Die Interpretation von Ergebnissen zu potenziell toxischen Elementen erfordert besondere Sorgfalt. Mögliche Probenkontaminationen sowie weitere klinische und umweltbezogene Informationen sollten stets berücksichtigt werden.
Lesen Sie auch: Schwermetalle im Haar: Was kann die HTMA-Haarmineralanalyse zeigen?
Warum ist eine zu häufige HTMA nicht sinnvoll?
Haare wachsen vergleichsweise langsam. Wird eine erneute Untersuchung bereits nach wenigen Wochen durchgeführt, repräsentiert der analysierte Haarabschnitt nahezu denselben Wachstumszeitraum wie bei der vorherigen Analyse. Dies kann zu folgenden Problemen führen:
- nur geringfügigen Unterschieden zwischen den Ergebnissen,
- erschwerter Interpretation,
- unnötigen Untersuchungskosten,
- dem falschen Eindruck, dass sich keine Veränderungen ergeben haben.
Aus diesem Grund wird in den meisten Fällen empfohlen, zwischen zwei HTMA-Untersuchungen ausreichend Zeit verstreichen zu lassen.
Wie oft sollte die HTMA wiederholt werden?
Die folgende Tabelle zeigt empfohlene Untersuchungsintervalle.
| Zweck der Untersuchung | Empfohlenes Intervall |
| Erste Haarmineralanalyse | Jederzeit möglich |
| Kontrolle nach Beginn einer Nahrungsergänzung | etwa alle 3–6 Monate |
| Nach einer Ernährungsumstellung | etwa alle 3–6 Monate |
| Beobachtung des Lebensstils | etwa alle 6 Monate |
| Umwelt-Biomonitoring | individuell, abhängig vom Untersuchungsziel |
Wie häufig eine Haarmineralanalyse durchgeführt werden sollte, hängt immer von der individuellen Situation und dem jeweiligen Untersuchungsziel ab.
Möchten Sie eine Haarmineralanalyse durchführen lassen?
Wenn Sie nach dem Lesen dieses Artikels Ihren langfristigen Mineralstoffstatus überprüfen möchten:
– einfache Entnahme der Haarprobe zu Hause
– Analyse mittels ICP-OES-Verfahren
– ausführlicher Bericht über Mineralstoffwerte und Mineralstoffverhältnisse
Wie oft sollte eine Haarmineralanalyse (HTMA) durchgeführt werden?
Kann die HTMA jeden Monat durchgeführt werden?
Wann sollte die HTMA nach Beginn einer Nahrungsergänzung wiederholt werden?
Eignet sich die HTMA zur Beobachtung von Veränderungen des Lebensstils?
Ersetzt die HTMA Blutuntersuchungen?
Ist es sinnvoll, mehrere HTMA-Ergebnisse miteinander zu vergleichen?
Die Haarmineralanalyse (HTMA) eignet sich besonders zur Beobachtung langfristiger Mineralstofftrends. Da der analysierte Haarabschnitt mehrere Wochen oder Monate Haarwachstum widerspiegelt, erhöht eine zu häufige Durchführung der Untersuchung ihren Informationswert in der Regel nicht. Für die meisten Menschen wird ein Abstand von etwa 3–6 Monaten zwischen zwei Analysen empfohlen. Wie häufig eine HTMA sinnvoll ist, sollte jedoch immer vom individuellen Untersuchungsziel, Veränderungen des Lebensstils und der persönlichen Situation abhängen.
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Literatur
- Kempson IM, Lombi E. Hair analysis as a biomonitor for toxicology, disease and health status. Chemical Society Reviews. 2011;40(7):3915–3940.
- Rodrigues JL, Batista BL, Nunes JA, Passos CJ, Barbosa F Jr. Evaluation of the use of human hair for biomonitoring the deficiency of essential and exposure to toxic elements. Science of the Total Environment. 2008;405(1–3):370–376.
- Bass DA, Hickock D, Quig D, Urek K. Trace element analysis in hair: Factors determining accuracy, precision, and reliability. Biological Trace Element Research. 2001;83(1):1–16.
- Seidel S, Kreutzer R, Smith D, McNeel S, Gilliss D. Assessment of commercial laboratories performing hair mineral analysis. JAMA. 2001;285(1):67–72.
- World Health Organization (WHO). Human Biomonitoring: Facts and Figures.
- International Atomic Energy Agency (IAEA). Elemental Analysis of Biological Materials: Current Problems and Techniques with Special Reference to Trace Elements.
Die Haarmineralanalyse (HTMA) ist ein Biomonitoring-Verfahren zur Beurteilung langfristiger Mineralstofftrends und einer möglichen Umweltbelastung. Sie ist keine diagnostische medizinische Untersuchung und ersetzt weder die ärztliche Beratung noch andere diagnostische Verfahren oder Laboruntersuchungen.













